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Ursachen des Verschwindens der Tante Emma Läden.

Früher gab es überall Spezialisten oder besser gesagt Detaillisten: Milchwaren, Lederwaren, Backwaren, Drogerie waren, Obst und Gemüse, Metallwaren usw. und in Dörfern diese Tante Emma Läden. Früher haben Frauen die Haushalts-Einkäufe erledigt, während die Männer sich um die technischen Sachen gekümmert haben.

Was hat sich in unserer Gesellschaft verändert?

Im Allgemeinen: „Das Handelsbanken-Märchen des unbegrenzten Wachstums“.
Wachstum-Märchen = Kaufkraftdiebstahl: „Vor 50 Jahren konnte man mit € 2.215,- brutto
im Jahr gut leben und jetzt geht es mühsam mit € 39.500,- was fast achtzehnfach mehr ist.

Spezialisten müssten mehr Nebenprodukte verkaufen, damit Sie Ihren Umsatz vermehren könnten. Wenn aber alle das machen, stimmt dieser Trick nicht mehr und überleben
nur die Stärksten.

Großhändler haben sich als Detaillisten profiliert und damit dem Kleinhandel seine Überlebensmöglichkeiten abgenommen. Gleichzeitig sind die Produzenten durch die Politik dieser Großhändler gezwungen um Niedrigpreise zu akzeptieren.
Kartellformung macht das alles noch schlimmer, und unsere hochgepriesene Auto-Mobilität machte das alles möglich. Die Lebensmittel-Großhändler haben den Markt so organisiert, dass Siedlungen unter 1000 Einwohner nicht mehr interessant und Tante Emma Läden mit einem Umsatz unter € 700.000,- p. J. nicht lohnend sind. Im Durchschnitt wird in Deutschland mit einer jährlichen Einkaufskraft zwischen € 1.500 und € 2.200,- p. P. für Getränke, Lebensmittel, Tabak und Kleinkram gerechnet. (120 - 180.000.000.000,-)
In Kreis Höxter haben die Dörfern im Durchschnitt 695 Einwohner.
Dies bedeutet für ein Dorf mit 500 Einwohnern € 750.000,-bis 1,1 Mio. und müsste reichen
für ein rentierendes Geschäft, ist aber nicht der Fall, und das bedeutet ganz einfach,
dass irgendwo die Verteilung nicht stimmt.

Wenn der Produzent jetzt für ein Kilo seiner Waren € 0,20 kriegt und diese im Laden
€ 1,20 kosten, dann können Großhandel und Detaillist € 0,93 verteilen. Diese Verteilung geht folgendermaßen: Großhandel € 0,80 und der Detaillist darf froh sein mit € 0,13, wovon er noch Mehrwertsteuer abtragen und seine Werbung bezahlen muss. Mit Toppangeboten ist hier noch nicht gerechnet. Detaillisten sind eigentlich Kleinunternehmer, müssen aber trotzdem Mehrwertsteuer über ihr zu geringes Einkommen abtragen.

Supermärkte reden über Kundenfreundlichkeit und Preisqualitäts-Bewusstsein, sind aber nur
in Wachstum und noch mehr Gewinn interessiert. Wachstum meistens nur durch Übernahme oder Eröffnung neuer Filialen und unterstützt durch Handelsbanken. 7-10-2014 Edeka will 450 Tengelmann Supermärkte kaufen (Umsatz € 8.000.000.000,-). Handelsbanken reden über Strategie, spielen aber fortwährend Poker mit privaten Spargeldern und Spargeldern von u.a. Pensionskasse , und wenn wieder riesige Verluste ans Tageslicht kommen, dürfen die Steuerzahler diese Schuld übernehmen und bekommen Rentner einfach weniger Altersrente. Wie beim Kasino, die Bank gewinnt immer und diese Bank heißt BIS-Bank in Basel.
Wir Deutschen haben im Durchschnitt € 130.000,- auf unserem Konto und davon ist € 30.000,- Staatsschuld. Bleibt noch € 100.000,-, wenn wir unsere Staatsschuld jetzt abbezahlen. Mehrwertsteuer und Kfz-Steuer können gestrichen werden, alles wird billiger und menschfreundlicher. Warum funktioniert das alles nicht? Ganz einfach weil 2% der Deutschen Bevölkerung diese € 130.000,- x mal gesammelt haben und nicht x mal beitragen wollen. Familie Quandt BMW 31-, Albrecht Aldi Süd 18-, Schaeffler Continental 17-, Albrecht Aldi Nord 16- und Schwarz Lidl 14.500.000.000,- Euro. (1.000.000.000. = 7.692 x 130.000,-)
Mittlerweile ist 65% mit € 30.000,- Staatsschuld schon unter dem Existenzstrich und sind 20 Mio. Bundesbürger unterversorgt. Leider rechnet der Staat so, als gäbe es noch € 100.000,- Spielraum und unterstützt damit unbeschwert Bankers, Hedgefonds u.a. Spekulanten Richtung Milliardär.

Was haben wir selber gemacht?

An unserem freien Samstag mit der ganzen Familie Richtung (so groß wie möglich) Supermarkt-Parkplatz. Die überwältigende Produktauswahl wirkt eher bedrückend als einladend.
Billig tanken, Auto waschen und technische Sachen anschauen für den Vater (um am Montag
die Arbeitskollegen staunen zu lassen über seine neuen Kenntnisse), die Kinder auf dem Kinderspielplatz (den es zuhause genau so gibt) oder in der fantasietötenden Spielzeugabteilung und Mutter macht immer noch die Haushaltseinkäufe, muss dafür nichts schleppen, nur ihren Einkaufswagen fahren. Der riesige Einkaufswagen verpflichtet zum Voll laden, bei der Kasse kann jeder sehen, wer sich was leisten kann. Am Schluss hat die ganze Familie noch Hamburger mit Pommes gegessen und fährt mit den Impulseinkäufen nach Hause. Kommt noch dazu, dass nur Waren im Toppangebot billiger sind, aber darüber redet keiner,
weil alle sich am Ausgang schon nicht mehr glücklich fühlen mit ihrer Impulsivität und sich vornehmen, beim nächsten Mal aufmerksamer zu sein.

Wir haben im Durchschnitt genau die gleichen Sachen gekauft wie vorher bei Detaillisten und Tante Emma, manchmal sogar teurer und weil wir uns eigentlich schuldig fühlen, trösten wir uns selber, unsere Partner und Kinder mit sinnlosen Geschenken und Quickfood. Discounters (42% Marktanteil) haben oft kleineres Assortiment als Tante Emma Läden. Es ging auch nicht schneller, hat uns keine Zeit erspart, im Gegenteil, ist durch extra hin- und herfahren (Jährlich 20.000.000.000 kg CO2) auch noch umweltunfreundlich wie die hoch gepriesenen Monokulturen und die sinnlosen umweltschadende interkontinentalen Transporte anstatt frische Lebensmittel aus eigenen Region!!!

Nur hier hat sich nichts verändert. Noch immer erledigen Frauen die Haushaltseinkäufe, während die Männer sich um die technischen Sachen kümmern. In der Zwischenzeit haben in Deutschland seit 1970 über 120.000 Kleine Lebensmittel-Geschäfte (Tante Emma Läden) zugemacht, sind über 250.000 Arbeitsplätze verlorengegangen, sind die Dorf-Treffpunkte verschwunden, fehlt die Nahversorgung total (20 Mio. Bundesbürger sind unterversorgt), droht in den Dörfern die soziale Isolation, müssen Alterspflegebedürftige öfters ins Altersheim und sind unsere Häuser nichts mehr wert.

Es war ein tolles Abenteuer, aber-TEUER.

Wollen wir so weiter machen?  Müssen wir so weiter machen?
Müssen wir zurück oder gibt es andere Möglichkeiten?
Schon in 1973 schrieb E.F. Schumacher für der Club von Rom „Die Rückkehr zum
menschlichen Maß“. Es gibt viele Möglichkeiten und es kommt drauf an, was Sie wollen!!!

Echte Spezialisten gibt es immer noch und es lohnt sich, immer noch Spezialist zu sein.
Fachmannschaft und Qualität sind noch immer gefragt. Beispiele sind Eisdiele, Uhrenmacher, Schocolaterie, Patisserie, Optiker usw. und daneben Geschäfte, bei denen Aufmerksamkeit core-Business ist wie Reiki, Massage, Beratung, Wellness aber auch Spezialitätenrestaurants und viele Führungsarten. Auf vielen Gesundheitsmessen sind nur diejenigen erfolgreich, die Aufmerksamkeit im Angebot haben und nicht mehr diejenigen, die nur Waren verkaufen wollen.

Menschen zahlen manchmal viel Geld für das, Aufmerksamkeit, was bei Tante Emma kostenlos war. Durch Tante Emmas Dasein und deren soziale Funktion ist der Krankenkasse unserer Gesellschaft viel gespart worden, was jetzt über Hausarzt und Sozialhilfe geleistet werden muss. Jeder Hausarzt kennt dieses Problem, speziell in kleineren Siedlungen.
Trotzdem ist es nicht notwendig, dass Tante Emma Läden teurer sein müssen.
Größe kann der Einwohnerzahl angepasst werden, und es braucht keine zwanzig Pakete von dem, was nur einmal im Monat verkauft wird. Einkauf kann kooperativ organisiert werden.
Frischwaren aus der Gegend und Kleinkram ab und zu oder auf Bestellung, wie auf einem Markt.